MFA in der Orthopädie: Aufgaben, Gips & Gehalt
Was macht eine MFA in der orthopädischen Praxis? Gipsverbände, Infiltrationstherapie, ambulante OP-Assistenz – Aufgaben, Geräte, Gehalt und Karrierechancen.

Auf einen Blick
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung oder medizinische Diagnose. Bei orthopädischen Problemen wenden Sie sich bitte immer an Ihren Orthopäden oder eine qualifizierte medizinische Fachperson.
Die Orthopädie und Unfallchirurgie vereinen zwei Fachbereiche in einer Praxis. MFA beim Orthopäden arbeiten technisch anspruchsvoll – von Gipsverbänden über Infiltrationstherapien bis hin zur ambulanten OP-Assistenz. Körperliches Geschick, Stressresistenz und Teamgeist sind gefragt.
Aufgaben der MFA in der Orthopädie: Detaillierte Praxis-Erklärung
Verbände & Gips
- Gipsschienen und -verbände anlegen
- Kunststoffschienen (Scotchcast) anfertigen
- Verbandswechsel nach OP
- Nahtentfernung
- Wundversorgung und Wundkontrolle
Die Verbände- und Gips-Anlegung erfordert technisches Geschick und anatomische Kenntnisse. Gipsschienen: Als MFA legst du Gipsschienen an (traditioneller Gips: Gipsbinden, Wasser, Modellierung; Kunststoffschienen: Scotchcast, 3M, thermoplastisch), führst die Modellierung durch (Neutral-Null-Methode, korrekte Gelenkstellung, Druckstellen vermeiden), dokumentierst die Anlage (Gipsart, Datum, Kontrolltermin) und gibst Anweisungen (Trocknungszeit, Belastung, Warnzeichen: Schwellung, Blaufärbung, Taubheitsgefühl). Verbandswechsel: Als MFA führst du den Verbandswechsel durch (Sterile Technik, Wundspülung, Nahtmaterialentfernung: Fäden nach 7-14 Tagen, Klammern nach 10-21 Tagen), dokumentierst den Wundzustand (Wundheilung, Infektionszeichen, Serom, Hämatom) und gibst Empfehlungen (Wundpflege, Belastung, Physiotherapie). Du kennst die Kontraindikationen (offene Frakturen, Gefäß-/Nervenschäden, Kompartmentsyndrom) und die Notfallmaßnahmen (Gipsöffnung bei Kompartmentsyndrom, sofortige ärztliche Vorstellung).
Infiltrationstherapie
- Instrumentarium steril vorbereiten
- Kortison- und Hyaluronsäure-Assistenz
- PRP-Vorbereitung (Blut zentrifugieren)
- Lokale Betäubungsinjektionen assistieren
- Dokumentation Infiltrationen
Die Infiltrationstherapie erfordert steriles Arbeiten und fundierte Kenntnisse der Medikamente. Instrumentarium: Als MFA bereitest du das Instrumentarium vor (sterile Abdeckung, Spritzen: 1-5 ml Luer-Lock, Kanülen: 21-25G, Tupfer, Desinfektionsmittel), führst die Aufklärung durch (Aufklärungsbogen, Einwilligung, Risiken: Infektion, allergische Reaktion, Nervenschädigung) und dokumentierst die Behandlung (Medikament, Dosis, Gelenk, Datum). Kortison: Triamcinolon, Methylprednisolon, Dexamethason, Indikationen (Arthrose, Tendinopathie, Bursitis), Kontraindikationen (Infektion, Koagulopathie, Schwangerschaft). Hyaluronsäure: Hyaluronsäure-Injektionen (z.B. Synvisc, Orthovisc), Indikationen (Kniearthrose, Hüftarthrose), Dauer: 3-5 Injektionen wöchentlich. PRP: Platelet-Rich Plasma, Eigenblut-Therapie, Zentrifuge (z.B. Arthrex ACP, Harvest), Indikationen (Tendinopathie, Arthrose, Muskelverletzungen), Kontraindikationen (Infektion, Koagulopathie, Tumor). Du kennst die Komplikationen (Infektion, allergische Reaktion, Nervenschädigung) und die Notfallmaßnahmen (Anaphylaxie: Adrenalin, Antihistaminika, Kortison).
Diagnostik & Bildgebung
- Röntgenaufnahmen positionieren und auslösen
- Röntgenbilder archivieren (PACS)
- Sonografie-Assistenz
- MRT/CT-Terminkoordination
- Funktionsmessungen (Bewegungsausmaß nach Neutral-Null)
Die Diagnostik und Bildgebung erfordern fundierte Kenntnisse der Röntgentechnik und Anatomie. Röntgen: Als MFA positionierst du die Patienten (Standardprojektionen: a.p., lateral, oblique, Spezialprojektionen: Funktionsaufnahmen, Belastungsaufnahmen), führst die Aufnahme durch (Röntgengerät: z.B. Siemens Ysio, GE Definium, Philips DigitalDiagnost), überwachst die Strahlenschutzmaßnahmen (Schutzkleidung, Strahlenschutzraum, Röntgenschein nach RöV/StrlSchV) und archivierst die Bilder (PACS: Picture Archiving and Communication System, DICOM-Export). Sonografie: Ultraschall (z.B. GE Logiq, Siemens Acuson), Gelenksonografie (Knie, Schulter, Hüfte), Weichteildiagnostik (Sehnen, Bänder, Muskeln), Indikationen (Arthrose, Tendinopathie, Bursitis, Hämarthros). MRT/CT: Terminkoordination (MRT: Magnetresonanztomografie, CT: Computertomografie), Kontrastmittel (Gadolinium, Jod), Indikationen (Bandverletzungen, Meniskusschäden, Frakturen). Funktionsmessungen: Neutral-Null-Methode (0° = Neutralstellung, Bewegungsausmaß in Grad), Gelenkmessung (Goniometer), Indikationen (Arthrose, Bewegungseinschränkung, postoperative Kontrolle). Du kennst die Referenzwerte (Knie: Extension 0°, Flexion 135°; Schulter: Abduktion 180°, Außenrotation 90°; Hüfte: Extension 0°, Flexion 120°) und die Kontraindikationen (Schwangerschaft bei Röntgen/MRT, Kontrastmittelallergie).
Ambulante OP & Verwaltung
- OP-Saal vorbereiten und sterilisieren
- Instrumententisch steril richten
- Patientenlagerung prä-operativ
- EBM/GOÄ-Abrechnung Orthopädie
- Physiotherapie-Überweisungen ausstellen
Die ambulante OP und Verwaltung erfordern fundierte Kenntnisse der Sterilisation, Abrechnung und Patientenmanagement. OP-Saal: Als MFA bereitest du den OP-Saal vor (Desinfektion, Sterilisation: Autoklav, Dampfsterilisation 121°C, 15 min, Instrumente: Skalpell, Pinzette, Schere, Haken, Säge), richtest den Instrumententisch (steril, Set-Aufbau nach Eingriff), lagerst die Patienten (präsentierend, Seitenlage, Rückenlage, Lagerungshilfen: Polster, Gurte) und führst die postoperative Versorgung durch (Wundversorgung, Schmerztherapie, Anweisungen). EBM-Abrechnung: Orthopädie-spezifische Positionen (Gips: 01450, 01451; Infiltration: 01420, 01421; Röntgen: 01500, 01501; OP: 01600-01699), Steigerungssätze (1,8-fach bei außerordentlicher Inanspruchnahme), Privatliquidation (GOÄ-Positionen, Begründungspflicht). Physiotherapie-Überweisung: Indikationen (postoperative Rehabilitation, Arthrose, Tendinopathie), Heilmittelverordnung (Physiotherapie, Ergotherapie, Massage), Dauer (6-12 Einheiten, Verlängerung möglich). Du kennst die Hygiene-Richtlinien (Händedesinfektion, OP-Kleidung, steriles Feld) und die Notfallmaßnahmen (Anaphylaxie, Blutung, Reanimation).
Geräte & Technologien in der Orthopädie: Expertenwissen für die Praxis
Röntgengeräte wie Siemens Ysio, GE Definium oder Philips DigitalDiagnost bieten digitale Aufnahmen. Als MFA positionierst du die Patienten (Standardprojektionen: a.p., lateral, oblique; Spezialprojektionen: Funktionsaufnahmen, Belastungsaufnahmen), führst die Aufnahme durch (kV, mAs, Belichtungszeit), überwachst die Strahlenschutzmaßnahmen (Schutzkleidung: Bleischürze, Schilddrüsenschutz, Strahlenschutzraum, Röntgenschein nach RöV/StrlSchV) und archivierst die Bilder (PACS, DICOM-Export). Du kennst die Indikationen (Fraktur, Arthrose, Luxation, Prothesenkontrolle) und die Kontraindikationen (Schwangerschaft, Strahlensensibilität).
Ultraschallgeräte wie GE Logiq, Siemens Acuson oder Philips EPIQ bieten Gelenk- und Weichteildiagnostik. Als MFA assistierst du bei der Untersuchung (Schallkopf-Handling: Linear-Array 7-15 MHz für oberflächliche Strukturen, Konvex-Array 3-5 MHz für tiefe Strukturen), positionierst die Patienten (Rückenlage, Seitenlage, Sitzposition), führst die Dokumentation durch (Bilder archivieren, Befundbericht) und gibst Anweisungen. Du kennst die Indikationen (Arthrose, Tendinopathie, Bursitis, Hämarthros, Meniskusschaden) und die Kontraindikationen (offene Wunden, schwere Adipositas).
Gipsmaterialien wie Scotchcast (3M), traditionaler Gips (Heraeus, Smith & Nephew) oder thermoplastische Schienen (Orfit) bieten Immobilisierung. Als MFA legst du Gipsverbände an (traditioneller Gips: Gipsbinden, Wasser, Modellierung; Kunststoffschienen: Scotchcast, thermoplastisch, 70-80°C), führst die Modellierung durch (Neutral-Null-Methode, korrekte Gelenkstellung, Druckstellen vermeiden), dokumentierst die Anlage (Gipsart, Datum, Kontrolltermin) und gibst Anweisungen (Trocknungszeit, Belastung, Warnzeichen). Du kennst die Indikationen (Fraktur, Luxation, Tendinopathie, postoperative Immobilisierung) und die Kontraindikationen (offene Frakturen, Gefäß-/Nervenschäden, Kompartmentsyndrom).
Zentrifugen wie Arthrex ACP, Harvest oder PRP-Systeme bieten Eigenblut-Therapie-Vorbereitung. Als MFA führst du die Blutentnahme durch (Venipunktion, 10-60 ml Blut, Citratröhrchen), zentrifugierst das Blut (1500-3000 U/min, 5-15 min), separierst das PRP (Platelet-Rich Plasma) und bereitest die Injektion vor (Spritze aufziehen, sterile Technik). Du kennst die Indikationen (Tendinopathie, Arthrose, Muskelverletzungen) und die Kontraindikationen (Infektion, Koagulopathie, Tumor).
Elektrotherapiegeräte wie Enraf-Nonius, Chattanooga oder Physiomed bieten Iontophorese und TENS. Als MFA führst du die Behandlung durch (Iontophorese: Medikamenteneintrag durch elektrischen Strom, Elektroden, Stromstärke 0,5-5 mA, Dauer 15-30 min; TENS: Transkutane Elektrische Nervenstimulation, Schmerztherapie, Elektroden, Stromstärke 1-100 mA, Dauer 20-60 min), überwachst die Wirkung (Schmerzlinderung, Nebenwirkungen: Hautirritation, allergische Reaktion) und dokumentierst die Befunde. Du kennst die Indikationen (Arthrose, Tendinopathie, Muskelverspannung, Schmerzsyndrome) und die Kontraindikationen (Schrittmacher, Schwangerschaft, Metallimplantate).
OP-Instrumente wie Skalpelle, Pinzetten, Scheren, Haken, Sägebohrer, Arthroskope (z.B. Stryker, Smith & Nephew) bieten chirurgische Eingriffe. Als MFA bereitest du das Instrumentarium vor (Sterilisation: Autoklav, Dampfsterilisation 121°C, 15 min; Set-Aufbau nach Eingriff: Arthroskopie-Set, Meniskus-Set, Fraktur-Set), richtest den Instrumententisch (steril, chronologische Anordnung), assistierst bei der OP (Instrumentenwechsel, Absaugung, Nahtmaterial) und führst die postoperative Versorgung durch (Wundversorgung, Schmerztherapie). Du kennst die Hygiene-Richtlinien (Händedesinfektion, OP-Kleidung, steriles Feld) und die Notfallmaßnahmen (Anaphylaxie, Blutung, Reanimation).
Gehalt als MFA in der Orthopädie 2026
| Erfahrung / Qualifikation | Gehalt brutto/Monat |
|---|---|
| Einstieg | 2.200 – 2.400 € |
| Mit Erfahrung (2–5 J.) | 2.400 – 2.700 € |
| Mit Röntgenschein | + 100 – 200 € Zulage |
| Mit amb. OP-Kenntnissen | 2.700 – 3.000 € |
| Leitungs-MFA | 2.900 – 3.300 € |
Der Röntgenschein (nach RöV / StrlSchV) ist in der Orthopädie Pflicht für selbstständige Röntgenarbeiten und berechtigt zu einer Zulage von typischerweise 100–200 € brutto/Monat. Viele Arbeitgeber übernehmen die Kurskosten.
Quellen & weiterführende Links
Content-Informationen
Erstellt von der M-FA.de Redaktion auf Basis aktueller Leitlinien und Fachinformationen. Zuletzt aktualisiert: April 2026.
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